u08.de Ferienprogramm 2018

 

Ferienprogramm des OV Landshut 2018

 

Die Landshuter Funkamateure beteiligen sich schon seit vielen Jahren am Ferienprogramm der Stadt Landshut, aber im letzten Jahr, die geplanten drei Veranstaltungen waren bereits vorbereitet, ereilte die Funker ein folgenschwerer Schicksalsschlag. Am 1. August 2017 brannte unser Clubheim auf der Weickmannshöhe. Die Landshuter Feuerwehren hatten das Feuer schnell im Griff, nach ca. zwei Stunden war der Dachstuhlbrand gelöscht und man war seitens der Funkamateure der Meinung, noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein. Was sich allerdings, nach Begutachtungen der Sachverständigen, als Trugschluß heraus stellte.

Das Ferienprogramm 2017 musste abgesagt werden.

Jetzt, nach fast genau einem Jahr, so lange dauerten die Sanierungsarbeiten, konnte man kürzlich an drei aufeinander folgenden Samstagen die Landshuter Kinder und Jugendlichen in das neu sanierte Clubheim, zum diesjährigen Ferienprogramm, einladen.

35 Jugendliche hatten Interesse an dem Angebot "Funken auf UKW und Kurzwelle", "Schatzsuche mit dem Funkgerät", "Elektronische Schaltung selbst bauen" und hatten sich über das Jugendamt angemeldet.

Insgesamt waren es drei Teile, wobei die Teile 1 und 2 zweimal, der Teil 3 einmal angeboten wurde.

Das Interesse bei Mädchen und Buben an den 5 Kursen, war gleichermaßen sehr groß.

Im ersten Teil hieß es unter Federführung von Hans-Jürgen Schott, DH5RL, "Schatzsuche mit dem Funkgerät". Zuerst gab es hier eine Einweisung in die Funknavigation mittels APRS (Automatic Packet Reporting System). Die Schatzsucher mußten dann die versteckten "Schätze" mittels Funknavigation (APRS) finden. Ein Outdoor Team, das bei sengender Hitze zu Fuß unterwegs war, folgte den Anweisungen via Funk von den im Clubheim gebliebenen Kindern, die das Außenteam letztendlich dann ans Ziel führte. Sie hatten auf dem PC-Bildschirm das Ziel, als auch die Suchtruppe im Auge und konnten so die Suchenden über das System, mittels von APRS-fähigen Handfunkgeräten ins Ziel führen. Diese Handfunken übermitteln die via GPS empfangenen Positionsdaten auf dem HF-Weg oder auch ins Internet. Abschließend zeigte Schott noch eine funkgesteuerte Drohne mit der er berauschende Aufnahmen und Videos vom Clubstationsgelände und den Versammelten Kursteilnehmern machte.


"Schatzsuche mit dem Funkgerät"
Mit den Betreuern Andy Zitzelsberger, links, und Hans-Jürgen Schott, rechts

Im Teil 2 hieß es nun, unter Federführung von Bernhard Schröcker, DL9RDW, Aufbau von Reißbrettschaltungen. Die Kinder mussten Reißzwecken auf die vorbereiteten Holzbrettchen stecken um diese anschließend zu verzinnen. Nach einer kleinen Einführung in die Kunst des Lötens ging den Kindern das Verzinnen schnell von der Hand. Am Ende konnten alle Schaltungen erfolgreich in Betrieb genommen werden.


"Aufbau von Reissbrettschaltungen"
Mit den Betreuern: Alex Mühlbauer - Rudolf Lauchner - Erhard Schramek - Achim Müller - Rolf Knop - Bernhard Schröcker - Matthias Benker (von links nach rechts).

Der Teil 3 bestand aus Funken auf KW und UKW. Ganz wichtig ist es den Funkamateuren dabei zu erwähnen, dass das Senden im Äther einer Amateurfunk Lizenz bedarf. Jeder Funkamateur, egal ob in Deutschland oder weltweit, muss zuvor vor dem zuständigen Amt (in Deutschland Bundesnetzagentur) eine Prüfung ablegen. Diese enthält weltweit annähernd die gleichen Standards. Seit einigen Jahren gibt es aber in Deutschland sogenannte Ausbildungsrufzeichen, die ein lizenzierter Funkamateur auf Antrag bei der Bundesnetzagentur erhält. Mit so einem Rufzeichen, nämlich DN3LA für Landshut, konnten die Kinder unter Aufsicht an der Landshuter Clubstation auf der Weickmannshöhe funken.
Lenz Grassl, DL8RDL, wies die Jugendlichen zuerst in das unbedingt erforderliche, internationale NATO Alphabet ein. Sie lernten ihren Namen, oder auch die Heimatstadt Landshut zu buchstabieren. Sich jetzt mit Menschen innerhalb Deutschland, Europa oder auch weltweit über Kurzwelle zu unterhalten, schien den Kinder kein Problem. Hatten sie doch Lenz zur Seite. Bei Funkkontakten mit englisch sprechenden Partnern, unterstützte er durch "einsagen" von der Seite.


Lenz Grassel (links) macht den Einflüsterer beim Funkkontakt in Englisch

Klaus Wunderlich, DJ4FW, gab den Kindern eine allgemeine Einführung in die Geschichte der Funktechnik und funkte mit den Kindern auf 2m und 70cm. Hier hauptsächlich über Relaisfunkstellen.


Klaus Wunderlich erklärt einen Peilempfänger für das 80m Band

Diese Relaisfunkstellen werden vom DARC, oder aber auch von privaten Funkamateuren errichtet und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Überwiegend befinden diese sich auf exponierten stellen, Türmen, Windräder, oder hoch gelegenen Bergen. Damit erweitert man die Reichweite auf den VHF/UHF Bändern erheblich. Wunderlich hatte auch einen selbstgebauten Morsegenerator mit dabei und gab den Kindern Einblick in die Technik der Morsesignale. Den eigenen Namen via Morsecode zu geben, das machte schon Spaß.


Der Funkkontakt, hier auf dem 40m Amateurfunkband, geht schon ganz locker

Der Ortsverbandsvorsitzende der Landshuter Funkamateure, Achim Müller, DL3RY, dem nach dem langen und vielen Ärger der fast einjährigen Sanierungsarbeiten anzumerken war, dass es jetzt wieder richtig Spaß macht, gerade das Ferienprogramm, so Müller und bedankte sich beim Leiter des Ferienprogramms, Bernhard Schröcker, DL9RDW, und seiner umfangreichen Truppe für die perfekte Durchführung der verschiedenen Kurse. Er würde sich freuen, wenn die teilnehmenden Jugendlichen, als auch deren Eltern die Funkamateure in positiver Erinnerung behalten würden.

Siegfried Deutinger, DF9RD

 
 nach oben letzte Änderung:  September 2018, DC4RU