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Landshuter Funkamateure besuchen
"Infoveranstaltung über die Risiken des
Tetra-Digitalfunks"
Funkamateure aus Landshut und der Umgebung nahmen am Montag, dem 25. Juli 2011 an einer Versammlung der neu gegründeten
"Bürgerinitiative Tetrafunkfreies Vilsheim" teil. Es handelte sich dabei laut Angeben der Veranstalter, um eine
Infoveranstaltung über die Risiken des Tetra-Digitalfunks.
Die Versammlung war sehr gut besucht und es kamen auch viele Vertreter gleichgesinnter Gruppierungen aus anderen Landkreisen.
Teilweise auch von außerhalb des Landkreises Landshut. Der zweite Bürgermeister der Gemeinde Vilsheim, Kastulus Wimmer,
wollte nach den Vorträgen keine Position zu dem Thema beziehen und verwies auf das Nichterscheinen der Gegenseite. Also, der
Betreiber des genannten Funksystems (DigiNet). Wenn man nur die Argumente einer Seite hört so Wimmer, kann man sich keine
objektive Meinung bilden. Zudem geht es am heutigen Abend um die geplante Errichtung eines Tetra-Funkmastens außerhalb des
Gemeindebereiches Vilsheims.
Von den Veranstaltern, vertreten durch Bärbel Rasch und Ulrike Kainz, wurden Anne Franke (Abgeordnete der Grünen im
Bayerischen Landtag), als auch Johannes Schmid (Baubiologe) als Referenten eingeladen.
Zu den Vortragenden kann man in Kürze folgendes sagen:
Frau Franke war alles andere als zu dem Thema gut aufgestellt. In Gegenteil, bei Fragen aus dem Publikum hatte sie teilweise
gar keine Antwort parat, was sie auch zugab und weiter merkte man schon, daß sie von diesem stark Technischem Thema und dem
drum herum an diesem Abend total überfordert war.
Herr Johannes Schmid stellte technische Zusammenhänge gut dar und machte schon den Eindruck hier sehr gut aufgestellt zu sein.
Auf eine Anfrage z.B. von Roger Mulzer, DL5RBW, bezüglich eines Spiegel-Onlines Berichtes um angebliche Manipulationen bei
Gutachten in Zusammenhang von Beeinflussung durch HF auf den menschlichen Körper an der Berliner Charité, hatte er prompt
den genannten Artikel auf seinem Laptop parat und konnte direkt darauf Antworten.
Allerdings waren seine Darstellung von Beeinflussungen durch elektromagnetische Wellen bei Mensch, Tier und Natur sehr
polemisch gehalten. Auch fehlte ein wirklicher Nachweis von oftmals abenteuerlich anmutenden Behauptungen. Meist verwies er
auf irgendwelche Studien. Studien aber, so er selbst (wenn sie anders ausfallen als gewünscht) muß man nicht immer ernst
nehmen. Auf direkte Widersprüche in seinem Vortrag angesprochen, durch den Landshuter OVV, ging er nicht ein.
Konkret: Mit Bildunterstützung stellte Schmid die negative Beeinflussung durch hochfrequente, magnetische Wellen auf
Bäume dar. Das Bild, ein alter Schuppen in der oberbayerischen Idylle. Vor und hinter dem Schuppen wächst je ein Baum.
Auf einer Seite wirkt der Baum krank, fast abgestorben. Der Baum auf der gegenüber liegenden Seite gedeiht. Die abstruse
Erklärung des "Phenomens", der abgestorbene Baum auf der einen Seite wurde durch Funkwellen geschädigt, Der
auf der anderen Seite, abgeschirmt durch den Schuppen, gedeiht hingegen.
Bei einem späteren Beispiel zeigt sich nun der genannte Wiederspruch:
Bei einem Gebäude mit Dachausbau ist eine Person, die in diesem ausgebauten Dachgeschoß wohnt, stärker der gefährlichen
HF-Strahlung ausgesetzt, weil diese durch das Dachgeschoß leichter eindringen kann. Hier gilt der abschirmende Effekt des
Holzes (zuvor Schuppen, jetzt Dachgeschoß) nicht mehr.
Nun, durch Deutinger auf diesen klaren Widerspruch angesprochen, gab es keine Antwort (logisch) er ignorierte den genannten
Einwand und ging darüber hinweg. Den Anwesenden ist dies natürlich aufgefallen. Auch in diesem Punkt konnten die Funker
einen Pluspunkt bei den Zuschauern ergattern.
Die zehn anwesenden Funkamateure staunten nicht schlecht, als einer der Zuhörer, angeregt durch die zuvor erfolgte kurze
Vorstellung des Amateurfunks durch den Ortsverbandsvorsitzenden des OV Landshut, Siegfried Deutinger, DF9RD, diesen
aufforderte: Sag mal Sigi erzähl uns doch bitte mehr, was macht ihr Funkamateure eigentlich? Das Ganze klingt doch sehr
interessant.
Nun, Sigi tat dies sichtlich gerne! In erster Linie beschränkte er sich aus gegebenem Anlaß auf das Thema Not-, bzw.
Katastrophenfunk. Hier natürlich speziell eingehend auf die Situation in und um Landshut bzw. die Gründung der Notfunkgruppe
Landshut und deren Ziele. Die Beschreibung durch Deutinger von der Möglichkeit mittels APRS/GPS die aktiven Einsatzkräfte,
als auch Fahrzeuge in der Leitzentrale auf dem PC-Bildschirm darstellen zu können, mit diesen Kräften Funken und sogar
Kurznachrichten hin- und hersenden zu können, ja letztlich vom Einsatzleiter auf diese Weise direkt geleitet werden zu
können, stieß nicht nur bei den Zuhörern, sondern auch bei den Referierenden auf helles Interesse. Besonders der Umstand,
daß es sich dabei um ein vom öffentlichen Stromnetz unabhängiges Amateurfunkeigenes Funknetz handelt, das nicht nur regional,
sondern deutschlandweit und darüber hinaus eingerichtet ist, sorgte für Erstaunen. Denn letztlich sind dies Kriterien, die
man seitens des BOS, also des Behördenfunks, mittels Tetra-Funk auch gerne erreichen möchte. Bei Tetra, so Herr Schmid zurecht,
wenn eine Zelle (Funkmast) wegen Stromausfall ausfällt ist eine ganze Region im "Funkloch". Die Funkamateure
benötigen aber, so Deutinger, weder das öffentliche Stromnetz noch Internetanbindung. Allerdings können die Daten die im
amateurfunkeigenen APRS-Netz entstehen trotzdem in das Internet eingespielt und so weltweit darstellbar gemacht werden.
Funktioniert das Internet örtlich nicht, kein Problem, dann werden die Daten über Funk dorthin geleitet, wo das Netz noch
funktioniert und dort eingespeist.
Nach der Versammlung wurden die anwesenden Funkamateure von einigen Interessierten, auch der Veranstalterin Ulrike Kainz,
mit Fragen bombardiert.
Die "Infoveranstaltung über die Risiken des Tetra-Digitalfunks" in Vilsheim war letztlich eine hervorragende
Gelegenheit, einem großen Publikum, in einer sehr positiven Art, unser Hobby, den Amateurfunk vorzustellen.
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