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Nachlese SSB-Fieldday 2007 DL0LA/p - 01./02. September 2007
Für den diesjährigen Fieldday hatten wir uns einige Restaurationsarbeiten vorgenommen.
Unser Fielddaywagen und das darin gelagerte Equipment war nun 12 Jahre alt und langsam
mußte man mal was tun, so z.B. Moosbewuchs entfernen, Reserverad vom Generator erneuern,
Wagendach neu abdichten und eine neue Dachrinne auf der Rückseite montieren, Bodenplatte
vom Mast erneuern, und weitere Kleinarbeiten.
DF9RD und DL6RAI standen also am Freitagnachmittag, den 31.08.2007 mit dem Dampfstrahler
in der Hand im Hof des Scheubeckschen Anwesens und sprühten was das Zeug hielt. Dabei
wurde auch etwas von der guten gelben Farbe (Pardon: Beschichtung) weggeblasen - aber es
ist ja noch einiges übrig und das soll dann demnächst eingesetzt werden.
Das Reserverad - eine Sondergröße und sauschwer - war beim örtlichen Landmaschinentechniker
abgeliefert worden und würde einen neuen Schlauch erhalten - allerdings erst in der kommenden
Woche.
Übrigens war auch noch ein Schreiben vom Landshuter Hauptzollamt eingetroffen: Wir dürfen
fortan für die Versorgung unseres Aggregats billiges Heizöl statt teuren Diesel verwenden,
denn ortsfeste Stromerzeugung auf einem mobilen Aggregat das während der Stromerzeugung nicht
bewegt wird ist nach dem Energiesteuergesetz (EnergieStG) und der zugehörigen
Energiesteuerverordnung (EnergieStV) steuerlich zu begünstigen. Na super - aber woher Heizöl
nehmen? Klar, jeder hat Heizöl im Keller, und an jeder Ecke wirds zum Verkauf angeboten,
5000-Liter-weise - aber wie kommt man an 60 Liter Heizöl? Diese Frage konnte vor dem
SSB-Fieldday nicht mehr gelöst werden.
Am Freitagabend wurde dann noch Fieldday-Wagen, Aggregat und Mast in Position gebracht und
von DL5RMH und DL6RAI der Kurzwellen-Beam montiert. Es war ja schlechtes Wetter angekündigt,
und was bei trockenem Wetter erledigt werden konnte, brauchte morgen nicht im Regen getan
werden. Eine Pizza im Ristorante Casa Mia in Buch am Erlbach beendeten den Freitagabend.
Aufbauteam am Samstagmorgen 9:00 Uhr: DC1RFM, DL2MLU, DL5RBR, DL3RY und DL6RAI. Die
Wetterfrösche hatten keine besonders erfreuliche Prognose abgegeben und über Nacht hatte es
auch schon ein wenig geregnet. Aber am Vormittag war's zumindest trocken und warm, so dass
die Aufbauarbeiten fortgesetzt werden konnten. Bis 12:00 Uhr stand alles, lediglich das
Aggregat mußte noch gerade hingestellt werden, und zähneknirschend beschaffte DL5RBR wieder
60 Liter Diesel an der bewährten OMV-Tankstelle in Buch.
Martin, DL5RMH, der von der Clubstation das Equipment abgeholt hatte, hatte die Fieldday-Station
aufgebaut - erstaunlich, diesmal reichte der riesige Stationstisch kaum aus vor lauter Equipment.
Heuer nutzten wir die Club-eigene PA SB-220 zusammen mit einem etwas zu klein dimensionierten
MFJ-Antennentuner.
Achim, DL3RY optimierte die Aufhängung des 2x30 m Hühnerleiter-Dipols, dessen Hilfsdipol bedenklich
nahe an den Mastabspannungen vorbeiging.
Michael, DC1RFM hatte wieder seinen Wok dabei und nach einem umfangreichen Einkauf von
Lebensmitteln war alles bereit für die Mittagsmahlzeit.
Luise, DL2MLU, nahm die UKW-Station mit der 12-Element-Yagi und dem von Hand drehbaren Fiberglast-Mast
in Betrieb.
Schon begann der Funkbetrieb und das erste technische Problem tauchte auf:
Die Kopfhörer-Mikrofonkombination funktionierte nicht. Der neu angefertigte Adapter hatte irgendeinen
Nebenschluß und so produzierte das gute Teil ein undefiniertes Rauschen statt wohlklingender
Modulation. Also zunächst mußte der Betrieb hilfsweise mit dem Handmikrofon gemacht werden, bevor
DL2MLU und DL6RAI die Clubstation aufsuchen konnten und von dort die Heil-Kombination brachten.
Die Heil-Kombination funktionierte soweit, aber litt bisweilen unter HF-Einstreuungen, die sich negativ
auf die Modulation auswirkten sowie einem Wackelkontakt.
Der neue, von DL5RBR aufgebaute Kopfhörerverstärker bewährte sich gut und mit Hilfe des Partner-Modes
von Win-Test war erstmals der zweite Mann an der Station in der Lage etwas Sinnvolles zum Geschehen
beizutragen.
Zunächst ging es ganz gut los - die Aktivität auf 20 und 40 m war gut, aber auf 10 und 15 m war kaum
etwas zu hören. Man konzentrierte sich aufs QSO-Fahren, während andernorts Holz fürs Lagerfeuer
gesammelt und der Grill angeheizt wurde. Am Abend trafen auch noch ein paar wenige Gäste ein: DL9RDM
und DL4RDU, der wieder ein paar Fläschchen eines guten Tropfens mit dabei hatte.
Das Lagerfeuer wärmte schön und lockte auch den Kater Gismo aus dem Hause Scheubeck an. Dem gefiel es
bei uns so gut, dass er gar nicht mehr nach Hause wollte. Irgendwann schlich er sich mit ins Zelt,
später wurde er an der Station gesehen und strich den Operatoren um die Beine.
Leider gaben die für den Nachtbetrieb vorgesehen Operatoren den dargebotenen Verlockungen zu sehr nach
und so kam es gegen ca. 3:00 Uhr zur Operator-Notlage. Keiner hatte mehr Lust zum Funken, es gab
technische Probleme mit dem Tuner und so wurde Ben, DL6RAI aus den Federn geholt. Der Antennentuner -
angeblich für 1,5 kW ausgelegt, zeigte aber HF-Spanungsüberschläge bereits bei 300 Watt. So konnte
man nichts machen außer die Leistung zurückdrehen.
DK0MN/P hatte um 0130z genausoviele QSOs wie wir, und das mit 100 Watt und einer Drahtantenne - das
konnte so nicht weitergehen! Zum Glück hatten die OPs das 80-m-Band wegen der aufgetretenen Probleme
weitgehend vermieden und da waren wir eine gefragte Gegenstation. Die QSO-Rate erholte sich etwas und
als sich dann gegen 07:00 UTC das 40-m-Band öffnete, ging es dort lückenlos weiter.
Sonntagvormittag gab es dann einige Lichtblicke auf 15 und 10 m und so konnte auch der eine oder andere
Multiplikator zu QSY auf andere Bänder überrredet werden.
Kurz nach Mittag war der Contest schon wieder vorbei und der Abbau konnte beginnen. Wenn es auch während
des Contests gelegentlich geregnet hatte, beim Abbau blieb es trocken und es konnte alles in Ruhe verstaut
werden. Gegen 17:00 verließ der letzte Wagen den Fielddayplatz.
Ergebnis:
BAND QSO DUP DXC POINTS AVG
-----------------------------------
160 0 0 0 0 0,00
80 301 11 28 1003 3,33
40 254 3 32 821 3,23
20 250 2 51 771 3,08
15 35 0 19 113 3,23
10 17 0 7 62 3,65
-----------------------------------
TOTAL 857 16 137 2770 3,23
===================================
TOTAL SCORE : 379 490
Das Ergebnis ist 20% besser als letztes Jahr, als ähnliche Ausbreitungsbedingungen vorherrschten und
damit eigentlich erfreulich - wenngleich man sich mehr Abstand zu den Stationen in der eingeschränkten
Klasse gewünscht hätte - ganz von der Konkurrenz DM1A/P und DL0CS/P abgesehen. Hoffentlich werden wir
nicht Dritter von drei - dann ist die Ausbeute für die DARC-Clubmeisterschaft nämlich sehr mager.
Bemerkenswerte QSOs gab es mit B5A und B7M (China), 9M6XRO (Westmalaysia), 9M2QQ/P (Ostmalaysia),
9V1QQ (Singapur), 5R8UO (Madagaskar), 9N7JO (Nepal), ZL4IR auf 20m und ZL2IFB auf 40m (Neuseeland),
A71BX (Qatar). Einige europäische Stationen konnten wir am Sonntag wieder über mehrere Bänder lotsen
und so unseren Multiplikator etwas aufbessern, u.a. auch Dan, LY1DS der mit seinem Sonderrufzeichen
LY6M QRV war. Dan war 2001 im CW-Fieldday bei uns zu Besuch.
DL2MLU und DL3RY beendeten den UKW-Wettbewerb mit 107 QSOs am gleichzeitig laufenden UKW-Wettbewerb
auf 2m mit einer 12 Element Yagi (tnx DL3ZZ) und 100 Watt HF. Die weiteste Verbindung ging über 607 km
nach Südfrankreich.
Allen Beteiligten Dank für die Mithilfe und bis zum CW-Fieldday 2008, welcher (Vorankündigung!)
am 07./08. Juni 2008 stattfinden wird.
Ben, DL6RAI
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